Was du tun kannst, wenn du keine Antworten hast

Jede alleinerziehende Mama kennt diese Situation: Frisch getrennt, plötzlich für ALLES alleine verantwortlich und (ein bisschen) überfordert mit der neuen Situation. Und weil das nicht genug ist, kommen von allen Seiten auch noch nervige Fragen: Was wirst du jetzt machen? Wirst du (mehr) arbeiten? Wo bringst du dein(e) Kind(er) unter? Wer holt sie wann ab? Wie wirst du das bezahlen? …

Als hättest du dir diese Fragen nicht selbst schon 1000 Mal gestellt. – Ganz schön mühsam …

Anfangs geht es tatsächlich „nur“ darum den Alltag weiter gebacken zu bekommen. Alle wollen versorgt sein und am Ende des Monats sollen alle Rechnungen bezahlt sein. Puh!

Dass das auf Dauer nicht reicht und kein erfülltes Leben ist, wissen wir.

Daher stellt sich jede alleinerziehende Mama irgendwann die Frage: Was soll aus mir werden? Wie soll mein Leben verlaufen? Wo sehe ich mich in 3/5/10 Jahren?

Lebensplanung neu. Hmmm … Was mir damals sofort in den Sinn kam war die Fragen: Aber wie soll das funktionieren?

Und dann sagte ich zu mir: Fang doch einfach mal an.

Ich hatte Ehrfurcht vor Freund*innen und Familienmitgliedern, die sich ihr Leben nach ihren Vorstellungen geschaffen hatten – Struktur in Job und Karriere, stabile Beziehungen, Häuser und gefühlt alles geregelt. Und während ich mich fragte „Werde ich das auch irgendwann alles haben können?“ war ich froh, den Tag ohne größere Katastrophen überstanden zu haben.

Als ich mich nur ein Jahre später selbstständig gemacht habe, sagten dieselben Freund*innen und Familienmitglieder: „Aber musst du dann nicht ständig arbeiten?“ „Wie willst du so eine gute Balance in deinem Leben haben?“ „Du weißt aber schon, dass du große Opfer bringen musst, damit dein Business funktioniert, oder?“

Pffff….

Die einzig ehrliche Antwort die ich hatte und immer noch habe ist, dass es auf diese Fragen keine richtigen oder falschen Antworten gibt. Auch heute – 3,5 Jahre später – nicht. Vielleicht nie. Und das ist für mich in Ordnung.

Es ist nicht so, dass ich diese Fragen für mich nicht beantworten wollte. Denn tatsächlich verbrachte ich einen guten Teil meiner Tage damit, herauszufinden, was ich wollte: Ehrliche Beziehungen und Freundschaften. Ein Business, das andere unterstützt, mit dem ich aber auch gutes Geld verdienen kann. Reisen. Durch Coaching intensiv mit Menschen in Kontakt sein. Ich habe immer eine Vorstellung davon gehabt, wie mein künftiges Leben ausschauen soll. Aber das waren Träume und keine Antworten auf die vielen Fragen, mit denen ich konfrontiert wurde. Meine Antworten kamen aus einer anderen Sicht auf das Leben und die Welt als die Leute, die die Fragen stellten.

Oft habe ich mich um Kopf und Kragen geredet und Gespräche geführt, in denen ich ganz ehrliche Antworten gab und dafür verwirrte Blicke erntete.

Also habe ich begonnen meine Ehrlichkeit auf meine Person zu richten.

Und ich habe gelernt, meine Definition von „Antworten“ viel flexibler zu halten. Während einer unklaren Übergangsphase fragte ich meine damalige Mentorin: „Was ist der beste nächste Schritt für mich?“ Ich suchte nach Antworten und der Gewissheit, dass ich es schaffen würde, richtig erfolgreich zu sein. Was ich von ihr bekam war moralische Unterstützung, aber keine Antworten. Ich war wütend. Ich war natürlich dankbar für ihre Unterstützung, aber ich dachte: „Echt jetzt?!“ Dieser WTF-Moment dauerte ca 3 Wochen. Bis ich die Kluft zwischen meinen Erwartungen an Antworten und dem, was ich erhielt, verarbeitet hatte.

Es war schwierig, aber was ich daraus gelernt habe, hat für mich dauerhaft verändert, wie ich zu befriedigenden Antworten auf meine Fragen komme.

Ich habe aufgehört zu suchen und mir aus Sehnsucht nach Klarheit den Kopf zu zerbrechen. Ich verstand, dass Antworten nicht von jemand anderem erzwungen werden können, sondern dass sie eigenständig gestaltet werden wollen – durch Vertrauen und den Glauben an mich selbst. In diesem Moment habe ich aufgehört, von allen, einschließlich mir und dem Universums, Antworten einzufordern.

In diesem Zustand – Antworten zu wollen, sie aber nicht zu haben und nicht zu wissen wann sie kommen – dürfen wir uns wohlfühlen. Ein Mangel an Klarheit kann uns nicht davon abhalten zu leben, zur Arbeit zu fahren, Nudeln zu kochen, E-Mails zu lesen oder mit unsern Kindern eine schöne Zeit zu haben.

Ich erinnere mich, dass ich mich nach dieser Erkenntnis richtig entspannt fühlte, als hätte ich gerade eine zu enge Jeans ausgezogen. Ich war zuversichtlich, dass die Entscheidungen, die ich treffe, gut für mich sind. Und die Unsicherheit machte mich nicht länger fertig. Ich hörte auf, umständliche Gespräche mit Freund*innen und Familienmitgliedern zu vermeiden. Ich hörte auf, nach Antworten zu suchen, weil ich wusste, dass sie kommen würden. Und das taten sie auch.

Und deine Antworten werden auch kommen.

Wenn wir Antworten wollen, sind wir auf der Suchen nach der Kraft, mit schwierigen Fragen umzugehen. Eigentlich suchen wir ein Gefühl der Sicherheit und die Bestätigung, dass wir gute Entscheidungen treffen und alles „in Ordnung“ ist. Und das ist viel einfacher zu erreichen, als ständig passende Antworten einzufordern.

Lots of Love 💖
Andrea

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